Titel-Dopplung Verlag erwägt Klage gegen Alice Weidels Buch

Zwei Bücher, derselbe Titel: Mit wenigen Wochen Abstand veröffentlichen der Journalist Alexander Kissler und die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel ihre Bücher "Widerworte". Nun werden rechtliche Schritte geprüft.

AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel
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AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel


Der eine beschäftigt sich mit den "Phrasen Angela Merkels", die andere arbeitet sich an "Denkverboten" und "Moralisten" ab. Sowohl der Kulturredakteur des konservativen Politmagazins "Cicero" Alexander Kissler als auch die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel haben ein Buch geschrieben.

Beide tragen denselben Titel, "Widerworte" - und das könnte womöglich zu rechtlichen Konsequenzen führen.

Wie der Gütersloher Verlag von Alexander Kissler auf Anfrage des SPIEGEL bestätigt, prüft derzeit der Justiziar des Hauses, ob man rechtliche Schritte einleiten könne. Der Buchtitel ist geschützt, er darf so nicht übernommen werden. Dies betrifft allerdings nicht das einzelne Wort "Widerworte", sondern den gesamten Titel, einschließlich Untertitel.

Auch optisch ähneln sich die Bücher

Vom Plassen Verlag, der Weidels Buch publiziert, heißt es, man habe den Fall bereits gründlich geprüft und habe nichts zu befürchten, weil beide Titel verschiedene Untertitel haben. Das Buch der AfD-Politikerin heißt: "Widerworte: Gedanken über Deutschland". Das des Cicero-Redakteurs "Widerworte: Warum mit Phrasen Schluss sein muss".

Das Kissler-Buch erschien am 24. Februar, Weidels Thesenstück soll ab dem 18. März in den Geschäften zu kaufen sein. Beide haben etwa zeitgleich ihren Titel geschützt und dies veröffentlicht.

Auch optisch ähneln sich die Cover der beiden Bücher. Die Worte "Wider" und "Worte" sind über zwei Zeilen geschrieben und auf beiden Büchern ist das Wort "Wider" fettgedruckt.

tin



insgesamt 27 Beiträge
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Seite 1
frank.huebner 14.03.2019
1. Sie schreibt Bücher?
Das ist doch die wichtigste Meldung. Die kalte Alice hat ein Buch geschrieben. Super. Bahnbrechend. Der Namensstreit wird im Nichts enden, weil die Titel unterschiedlich sind mit Untertitel. Daher ist der Bericht eher Werbung.
meandmyself 14.03.2019
2. Ich suche....
... in dem Artikel die Bezeichnung "Meinung" oder "Kolumne" finde es aber nirgends. Warum schreibt der Autor dann nicht neutral, sondern tendenziös? "Der eine beschäftigt sich mit den "Phrasen Angela Merkels", die andere arbeitet sich an "Denkverboten" und "Moralisten" ab. " oder "Das Kissler-Buch erschien am 24. Februar, Weidels Thesenstück soll ab dem 18. März in den Geschäften zu kaufen sein." Naja, die beiden Autoren "haben etwa zeitgleich ihren Titel geschützt und dies veröffentlicht." Was ist jetzt genau die Aussage des Artikels? Oder soll es nur einfach dumpfes Weidel-Bashing sein?
thomaswho 14.03.2019
3. Unglaublich,
daß fast zeitgleich zwei so hochqualifizierte und intelligente Menschen aus der gleichen Ecke auf ein so unglaublich originelles und tiefschürfendes Wortpiel für ihre Buchtitel kommen. Unser Land der Dichter und Denker ist doch noch nicht verloren.
pink15 14.03.2019
4. Und nun?
Was soll uns der Artikel sagen? Wenn's hoch kommt, hat der Verlag geschlampt, aber bei unterschiedlichen Untertiteln besteht keine Titelgleichheit, zudem ist der kurze zeitliche Erscheinungsabstand zu berücksichtigen. Fazit: Ein Artikel für die Tonne. Oder hat DER SPIEGEL mal gegen FRAU IM SPIEGEL geklagt?
dasfred 14.03.2019
5. Da komme ich durcheinander
Ich weiß gar nicht, welches ich von den Büchern besonders nicht kaufen werde.
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